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Menschen und Kirchen

Der christliche Glaube lebt in Menschen. Durch Menschen kam der christliche Glaube in alle Winkel des römischen Reiches und im frühen Mittelalter auch in die Gebiete "jenseits des Limes" der alten Grenzlinie zwischen römischem Reich und den germanischen Gebieten.

Die Berger Kirche - "Mutterkirche" unserer Region

Als in fränkischer Zeit der christliche Glaube in unsere Gegend kam, war die Berger Kirche gemeinsam mit der Blasiuskapelle bei Frickhofen, dem Stift St. Severus in Gemünden und dem Lubentiusstift bei Dietkirchen ein Zentrum der Christianisierung im südlichen Niederlahngau.

Ursprünglich war die Kirche Berger Kirche eine "Martinskirche". Das deutet darauf hin, dass sie von Mainz aus gegründet wurde. Nachdem sie durch eine Schenkung zum Limburger Georgsstift kam, wurde die Berger Kirche spätestens 940 mit Kanonikern des Stifts besetzt und übernahm ab 1232 auch das Georgspatrozinium.

In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts starb der Ort Bergen durch die Pest aus und wurde als Siedlung aufgegeben. Die Berger Kirche wurde zur Pfarrkirche von Werschau. Erst 1490 gab der katholische Priester seinen Pfarrhof bei der Berger Kirche auf, ab 1502 hat er einen neuen Pfarrhof im größten Ort seiner Pfarrei in Nauheim.

Die Reformation im Kirberger Land: Nauheim, Neesbach und Heringen werden evangelisch

1547 bewirkt der Weilburger Superintendent Caspar Goltwurm bei Gottfried von Reifenberg (Kirberg) die Einsetzung des ersten evangelischen Pfarrers Andreas Nagel in Bergen/Nauheim.

Beim Interim erhält ein Vikar im Stift Limburg die Pfarrei, der jedoch am 25.3.1553 in den weißen Gräben zwischen Limburg und Lindenholzhausen gefangen und verschleppt wurde. Im Kirchspiel Bergen-Nauheim wird erneut das lutherische Bekenntnis eingeführt.

1571 wird dem damaligen evangelischen Pfarrer von Nauheim, Johannes Teschius, auf Befehl des Erzbischofs von Trier seine im kurtrierischen Gebiet liegende Pfarrkirche zu Bergen verschlossen, ihm die Schlüssel genommen und die Einkünfte der Pfarrei entzogen. Mit Pfändung des Haferzehnten in Neesbach wurde das Stift Limburg gezwungen, ihm Teile der Einkünfte freizugeben.

Nauheim mit Neesbach wird selbständige Pfarrgemeinde. Das kurtierische Dorf Werschau wurde 1571 von der Pfarrei Bergen-Nauheim getrennt und zur Pfarrkirche in Niederbrechen verwiesen.

Zur gleichen Zeit verteidigte Pfr. Christoph Maler in Kirberg und Inhaber des Altars in Heringen die Reformation gegen den Trierer Bischof.

Quellen:  Zur Nassauischen Ortsgeschichte. Nauheim und Neesbach, S. 249-251

 

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